German Blog - April 2026/Diese feine, leise Stimme
- patriciaangove
- Apr 8
- 3 min read
Diese feine, leise Stimme
Es fällt mir manchmal wirklich schwer, diese monatlichen Blogbeiträge zu schreiben, vor allem, weil ich ehrlich, optimistisch und realistisch sein möchte. Angesichts der aktuellen Weltlage ist es manchmal gar nicht so einfach, optimistisch zu bleiben. Natürlich könnte ich das alles ignorieren. Ich könnte sagen, es sei alles nur eine Illusion, oder dass wir uns unsere eigene Realität erschaffen, oder dass das, was im Außen geschieht, ein Spiegelbild unseres Inneren ist. Aber manchmal spüre ich so viel Herzschmerz und Trauer, so viel Leid und Angst, dass es mir schwerfällt, etwas Positives zu schreiben.
Manche Menschen glauben – und ich teile diese Ansicht zum Teil auch –, dass wir uns in einer Art Geburtswehen befinden, in denen eine neue Menschheit entsteht. Dieser Gedanke hat mir sicherlich schon oft Halt gegeben, aber wenn ich sehe, wie die Menschen miteinander umgehen, frage ich mich mitunter, welche Art von Menschheit da gerade geboren wird.
Und doch, trotz all dem, was geschieht, trotz der ganzen negativen Presse, trotz der Schreckensszenarien, die uns präsentiert werden – nicht nur in den Mainstream-Medien, sondern auch in den sozialen Medien und in den Kampagnen, denen du dich vielleicht beigetreten bist –, trotz all dem gibt es noch Hoffnung. Denn da ist diese leise Stimme, die mir sagt, ich soll mir keine Sorgen machen. Sie tröstet mich, wenn ich mich untröstlich fühle. Sie erfüllt mich mit Freude, wenn ich das, was ich habe und was mich umgibt, wertschätze und dafür dankbar bin. Diese leise Stimme leitet mich – sie ist Teil meines Lebens.
Wenn ich mich mit meinem Herzzentrum verbinde, spüre ich Ruhe, Frieden, Liebe und manchmal, überraschenderweise, auch Freude. Mein menschlicher Teil kann nicht immer verstehen, warum es gerade in Zeiten wie diesen Freude gibt, aber meine Seele spürt sie einfach, weil ich bin, weil ich lebe und all das erlebe, was dieser Planet zu bieten hat.
In diesen Zeiten, in denen ich mich nicht immer optimistisch fühle, hilft es mir, an die kleinen Gesten der Freundlichkeit zu denken, die wir einander erweisen. Eine Freundin erzählte mir, dass sie sich mit einer Supermarktkassiererin unterhielt (ja, wir brauchen sie immer noch) und ihr erzählte, dass ihr Partner seit über einer Woche im Krankenhaus lag. Jemand in der Schlange hörte das Gespräch mit, verließ sofort die Schlange und kam mit einem Blumenstrauß zurück, um sie aufzumuntern.
Ich hielt an, um jemanden aus einer Seitenstraße in den Stau einfädeln zu lassen, in dem ich feststeckte. Sie winkte mir nicht nur zu und lächelte, sondern hielt dann auch noch weiter hinten im Stau an, um jemand anderen einfädeln zu lassen. Solche kleinen Gesten der Freundlichkeit erfreuen mich ungemein. Sie verwandeln einen grauen Tag in einen strahlenden, sonnigen Tag.
Angesichts all des Schrecklichen, das momentan in der Welt geschieht, sind diese kleinen Gesten der Freundlichkeit etwas ganz Besonderes. Ich suche bewusst nach Gelegenheiten, anderen etwas Gutes zu tun und ihnen ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern. Es ist ungemein bereichernd und ich glaube, es hilft, positive Energie zu tanken, die wir alle gerade so dringend brauchen.
Ganz egal, in welcher Lage wir uns befinden, es kostet nichts, anderen Freundlichkeit zu zeigen – es sei denn, man kauft einen Blumenstrauß, um jemanden aufzuheitern. Ich erinnere mich, wie ich mich einmal mit einer kleinen, älteren Dame an der Bushaltestelle unterhielt. Wir verstanden uns auf Anhieb prächtig und hatten viele Gemeinsamkeiten. Als ich ausstieg und ihr zum Abschied winkte, merkte ich, wie gut gelaunt ich war. Ich weiß also nicht, wer hier wen aufgeheitert hat.
Man verliert sich rasch in den eigenen Problemen und in den Geschehnissen der Welt, aber anderen ein wenig Freundlichkeit und Freude zu schenken, ist so erfüllend, dass ich wirklich nicht verstehe, warum das nicht jeder macht. Es tut einfach gut – im Gegensatz zu den Kommentaren in den sozialen Medien, die einen nur runterziehen und die Stimmung verderben. Ich fände es gut, wenn wir, die wir die sozialen Medien nutzen, mehr Dinge posten würden, die uns glücklich machen. Oder dass wir von Freundlichkeiten berichten würden, die uns widerfahren sind. Wer weiß: Vielleicht könnten wir so die Stimmung in den sozialen Medien verändern.
Finde in dir selbst den Ort der Ruhe und des Friedens, den Ort der Freude, egal was um dich herum geschieht. Finde diesen Ort der Dankbarkeit, öffne dann dein Herz und lasse diejenigen hinein, die aufgrund ihrer Umstände ihre eigene leise Stimme im Moment nicht hören können.
In Liebe
Patricia
(Übersetzt aus dem Englischen von Alexandra Glander, www.alexandraglander.at)






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